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Entertainer Peter Wieland lebt jetzt in Wildau

Superstar
Peter Wieland
Telefon:0 33 75/2 19 44 49
Website:www.peter-wieland-berlin.de
Website:www.leseschau.de

Charmeur mit knapp 90 Jahren!

Stand: März 2017

Charme, Gefühl, Scharfsinn und Pointen sind die Mittel, die Frauenherzen zum Schmelzen bringen. Kaum jemand kann das so gut vermitteln, wie ein Wildauer, der zu den letzten großen Entertainern gehört, die immer noch auftreten.

Mit Peter Wieland hat sich ein Superstar für Wildau als neuen Wohnort entschieden. Er kann rekordverdächtig viele Superlative auf sich vereinigen. So steht er seit mittlerweile über 60 Jahren auf der Bühne. Er leitete Fernsehshows wie den legendären „Ein Kessel Buntes“, brachte neue Trends der Unterhaltungskunst in die DDR. Dazu gehören die Radioshow und das Musical.

Faible für junge Frauen
Peter Wieland, der mit bürgerlichem Namen Ralf Sauer heißt, macht diesem ursprünglichen Namen keine Ehre, denn er ist immer freundlich und nie sauer. Obwohl Superstar sind ihm Starallüren völlig fremd. Er steht im Telefonbuch und beginnt das Gespräch mit „ich bin ein normaler Mensch, mit dem man offen reden kann“. Seine 87 Jahre, auf die er gerne verweist, würde man ihm niemals anmerken. Das Gehör ist perfekt und die Augen so gut, dass er insbesondere bei der Fotografin jede ihrer Reaktionen auf seine Betrachtungen exakt abliest und sie charmant interpretiert. Da erkennt man ihn wieder, Peter Wieland, den Charmeur, der Frauenherzen zum Schmelzen bringt. „Ich habe ein Faible für jüngere Frauen. Sie sollen nicht unbedingt dünn sein, mir ist es lieber, wenn es da etwas zum Anfassen gibt“, schmunzelt er.

Ein Star wird geboren
Er hat Erfahrung aus drei Ehen. 1951 hatte er Ursula Sauer geheiratet. Eine der beiden Töchter, Christine Wieland, trat in seine Fußstapfen. Enkelin Stefanie Dietrich ist als Musical- und Chansonsängerin bekannt. Seine zweite Ehefrau, Dagmar Frederic, machte er zum Star. Die Tochter des Tierparkchefs von Eberswalde hatte als Dagmar Elke Schulz eine Lehre als Apothekenhelferin gemacht. Es zog sie aber seit dem 16. Lebensjahr auf die Bühne. „Entgegen der Legende wurde sie nicht von Heinz Quermann sondern von mir beim Tierparkfest in Eberswalde entdeckt. Als sie mich in meiner Berliner Wohnung aufsuchte, hatte ich ein Notenblatt von ‚My Fair Lady‘ vor mir. Komponist ist Frederick Loewe. So kamen wir auf Frederic als Künstlernamen.“ Aus der Beziehung wurde eine Ehe, die aber nur sechs Jahre hielt. Das Paar trennte sich 1983. „Leider hatte sich Dagmar in einen anderen verliebt. Ich war 15 Jahre älter als sie. Erst schätzte sie dies, dann kehrte sich das irgendwann um“, ist Peter Wieland immer noch traurig.

Noch jünger
Das hielt ihn allerdings nicht davon ab, einer 21 Jahre jüngeren Berlinerin solange Avancen zu machen, bis die dem „ollen Wieland“ doch noch das Ja-Wort gab. „Mittlerweile sind wir 32 Jahre verheiratet. Allerdings bin ich gerade mal ein Jahr älter als ihre Eltern, die in Zeuthen leben“, sinniert Wieland. Dr. Marion Sauer wirkt jugendlich, sprüht vor Elan. Sie hat gerade ihren 65. Geburtstag gefeiert.

Rauf und runter
Während andere da ans Rentendasein denken und sich über barrierefreie Duschen Gedanken machen, geht es bei Familie Sauer täglich mehrmals rauf und runter. Die Frau hat ihr Arbeitsreich in der ersten Etage, ihr Mann sogar noch ein Stockwerk höher. Die relativ steile enge Wendeltreppe stellt für beide keine Hürde dar! Und ganz nebenbei lässt es sich Peter Wieland nicht nehmen, zu seinen Auftritten selbst hinterm Steuer seines Autos zu kommen, egal wie weit entfernt sie sind. Einziges Zugeständnis an die Jahre: „Ich habe mehrmals bemerkt, dass mich auf der Rückfahrt von den Konzerten doch hin und wieder der Sekundenschlaf bedrohen will. Deshalb achte ich jetzt auf Übernachtungsmöglichkeiten.“ Peter Wieland macht das schweren Herzens, denn richtig wohl fühlt er sich nur zuhause in Wildau. Schon das Gebäude selbst versetzt ihn immer wieder in glückliche Kindheitsjahre zurück: „Die Familie hatte in Stettin ein Reihenhaus, das ziemlich ähnlich war“, strahlt Peter Wieland. Er erinnert sich noch gut, wie die fünf Brüder zusammen mit der Mutter als Vertriebene 1945 in Berlin so abgemagert, „verlaust und zerlumpt ankamen, dass uns die Leute Brot­krumen in die Tasche steckten, obwohl sie selbst nichts zu essen hatten“.

Zimmermann mit Stimmkraft
Die Familie landete in Sachsen-Anhalt in Köthen, wo Ralf Sauer als ältester Sprößling mit 16 Jahren eine Zimmermannslehre begann, um Geld nach Hause zu bringen. Seine Stimme war so markant, dass es ein kurzer Weg von der Entdeckung durch eine Gesangslehrerin im Kirchenchor bis zur Zulassung als Student an der renommierten „Hochschule für Musik Hanns Eisler“ in Berlin wurde, wo er 1949 gleich nach dem ersten Vorsingen aufgenommen wurde. Hier erhielt er in drei Jahren eine fundierte Ausbildung zum lyrischen Bariton. Anschließend sammelte er in Neu­strelitz erste Bühnen­erfahrung.

Doppelt Sauer
Damals allerdings hatte Ralf Sauer, wie der spätere Entertainer mit bürgerlichem Namen heißt, große Konkurrenz. „Es gab einen blinden Sänger mit dem gleichen Namen, den jeder kannte. Also musste ich anders heißen. Das war damals beim Rundfunkorchester unter Leitung des legendären Adalbert Lutter aufgefallen, wo ich als Solist auftreten durfte. Also nahm der Redakteur ein Telefonbuch und wurde bei Wieland fündig. Als Vorname schien Ralf zu wenig sexy, Peter sollte es sein.“

Pionierarbeit
Für den Berliner Rundfunk leistete Wieland mit einer völlig neuen „Show in Stereo“ Pionierarbeit. Herzstück waren Gespräche mit bekannten Künstlern und entsprechende Platten. Er hatte früh ein Faible für die Verbindung von leichter Muse, Unterhaltung und anspruchsvoller professioneller Präsentation entwickelt.

Musical für die DDR
Als 1961 in Westberlin „My Fair Lady“ als deutschsprachige Fassung Uraufführung hatte, hielt es ihn nicht länger: „Ich musste die Platte unbedingt haben. Da ich selbst nicht in den Westen durfte, bat ich tschechische Kollegen, von denen es bei uns viele in den Bigbands gab, sie mir zu besorgen. Anschließend schrieben wir die Noten ab, ließen alles neu arrangieren. Das kostete mich damals eine Stange Geld, 300 Mark für jeden der 15 Titel. Aus rechtlichen Gründen wechselten wir den Titel in ‚Nicht nur Fair Lady‘. Es wurde ein voller Erfolg.“ Damit kam das Musical als Kunstform in der DDR an. Dies nahm Peter Wieland nun im Titel seiner Memoiren auf: „Nicht nur Fair Lady“ erschien Ende 2016 in Zusammenarbeit mit Michael Schwarz.

Erfolgreich nach der Wende
Darin kann Peter Wieland auf mittlerweile rund 60 Jahre zurückblicken. Er stand mit so ziemlich allen Größen von Show und Unterhaltung auf der Bühne. Er war einer der wenigen DDR-Künstler, die nach der Wende nahtlos weitermachen konnten. Sogar Auftritte von ihm in der Vorabendserie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, gibt es. Legendär ist aber seine Rollengestaltung als Kaiser Franz Joseph in der Operette „Im weißen Rößl“, wo er gleich 50 Mal in einer Freiluftinszenierung auftrat. Dabei ist Peter Wieland ansonsten eher die technische Perfektion vom Friedrichstadtpalast gewöhnt!

Alles zugefallen?
Der Superstar, der von sich sagt, dass ihm im Leben alles zugefallen ist und er deshalb immer zu tun hat, nicht faul zu werden, hat die Liebe zur Musik wie in jungen Jahren intus. „Ich bin oft bis morgens um vier Uhr vor dem Fernseher, weil gerade da die interessanten Sendungen kommen“, verblüfft er. Übrigens tritt er in Wildau überaus gerne auf: So kam es zu einer legendären „Bühnenehe“ mit Dagmar Frederic in der „Villa am See“!