Bericht über: Künstler
| Künstler | |
| Steffen Kreische | |
| Telefon: | 0 33 75/29 66 12 |
| E-Mail: | stkreische@gmail.com |







Lebendige Bilder

Stand: April 2026
Seine Bilder lassen sich nicht einfach nur betrachten, man muss sie entdecken. Schicht für Schicht bauen sich Strukturen auf, Materialien treten hervor und Formen brechen mit Erwartungen.
Was auf den ersten Blick wie Malerei wirkt, entpuppt sich als komplexe Collage mit überraschender Tiefe. Metall, Stoff, Fotofragmente und Farbe verschmelzen zu Werken, die fast dreidimensional erscheinen. Genau diese ungewöhnliche, fast eigenwillige Herangehensweise macht die Kunst von Steffen Kreische so einzigartig.
Seit 2012 ist er Mitglied im „Kunstfoyer Wildau“ und hat sich dort als feste Größe etabliert, präsentiert regelmäßig seine Arbeiten und trägt aktiv zum regionalen Kunstleben bei. Das Künstlerkollektiv, derzeit bestehend aus zwölf Mitgliedern, setzt sich für die Förderung der lokalen Kunst ein und feiert dieses Jahr das 20-jährige Bestehen.
Talent konsequent gefördert
Schon früh zeigte sich die besondere Begabung von Steffen Kreische. Bereits in der 9. Klasse fiel sein zeichnerisches Talent im schulischen Zeichenzirkel auf. Die Förderung ließ nicht lange auf sich warten: Im Alter von nur 17 Jahren erhielt er die Möglichkeit, ein dreijähriges Abendstudium für Malerei und Grafik an der „Hochschule für Bildende Künste Dresden“ zu absolvieren, ein außergewöhnlicher Schritt, der seine künstlerische Ausbildung früh vertiefte.
Doch der damals vorherrschende sozialistische Realismus entsprach nicht seiner inneren Vorstellung von Kunst. „Ich habe schnell gemerkt, dass ich meinen eigenen Weg gehen muss“, erinnert er sich. Es folgte eine künstlerische Ausbildung bei Professor Gerhard Stengel in Dresden, bevor er sich später beruflich zunächst der Glastechnik zuwandte.
Freiheit der abstrakten Kunst
Seine eigentliche Leidenschaft ließ ihn jedoch nie los. Vor allem die abstrakte Kunst faszinierte ihn schon in jungen Jahren. Künstler wie Wassily Kandinsky oder Jackson Pollock prägten seinen Blick für Form und Farbe, eine Vorliebe, die in der DDR nicht unbedingt gern gesehen war. „Diese Freiheit im Ausdruck hat mich immer begeistert. Kunst muss nicht erklären, sie muss wirken“, erzählt er zurückblickend. Diese Haltung zieht sich bis heute durch sein gesamtes Schaffen.
Kunst, die in die Tiefe geht
Die einzelnen Elemente seiner Collagen arrangiert Steffen Kreische sorgfältig auf Hartfaserplatten und veredelt sie anschließend mit Acryl- und Ölfarben. So entstehen Zusammenstellungen mit charakteristischer Tiefe und Lebendigkeit. „Ich lasse mich von der Natur inspirieren, von Strukturen, Formen und Zufälligkeiten. Ein Bild entwickelt sich während des Arbeitens“, berichtet er.
Selbst die Rahmen fertigt er individuell an, abgestimmt auf das jeweilige Werk, sodass jedes Bild ein vollständiges Gesamtkunstwerk darstellt.
Unermüdliche Kunst
Heute ist Steffen Kreische 74 Jahre alt und nach wie vor voller kreativer Energie. In seinem Zuhause lagert ein beeindruckendes Lebenswerk. Ein ganzer Keller voller Bilder zeugt von seiner jahrzehntelangen Schaffenskraft.
Blau als seine Lieblingsfarbe zieht sich wie ein roter Faden durch seine Arbeiten. Grün hingegen meidet er bewusst. „Das ist einfach nicht meine Farbe“, sagt er schmunzelnd.
Dekorative Objekte
Neben seinen Collagen fertigt Steffen Kreische kleinere dekorative Objekte, die als eigenständige Dekorationen in Wohn- oder Ausstellungsräumen eingesetzt werden können. Diese kombinieren oft unterschiedliche Materialien wie Holz, Stein oder Metall und schaffen so spannende Kontraste zwischen Naturstoffen und handwerklicher Formgebung. Jedes Objekt lädt dazu ein, es aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.
Kunst, die verbindet
Mit dem „Kunstfoyer Wildau“ ist er regelmäßig beim Sommerfest in Wildau mit einem Stand vertreten, wo gemeinsam mit Kindern gemalt wird. Als eine von vielen Stationen können die Kinder hier durch Aktionen Punkte sammeln, um am Ende einen Preis zu gewinnen.
„Es geht mir nicht nur um meine eigene Kunst. Ich möchte dazu beitragen, dass Kunst hier vor Ort sichtbar bleibt“, betont er. Für sein Engagement um die Kunst im „Kunstfoyer Wildau“ wurde er sogar von der Stadt Wildau ausgezeichnet.
Trotz etlicher Ausstellungen, unter anderem im „Volkshaus Wildau“, in Lübben, in Königs Wusterhausen und in Zeuthen, ist Steffen Kreische noch immer ein Geheimtipp. Dabei besitzen seine Werke eine außergewöhnliche Qualität. Sie erzählen Geschichten, die sich erst auf den zweiten Blick erschließen.
Mit seinen Collagen bereichert er die regionale Kunstszene auf unverwechselbare Weise.
„Ein gutes Bild hört nie auf, zu wirken“, sagt er.