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Mit 275 Stundenkilometer durch die Landschaft – Maserati-Fans donnern von Wildau aus in die Welt

03375/5261632 03375-5261632 033755261632
Maserati-Liebhaber
Hartmut Arens
Telefon:0 33 75/5 26 16 32
Website:www.deutschermaseraticlub.de

Flugzeugerlebnis mit Auto

Stand: März 2019

Wildau ist für die frühere Lokomotivenproduktion bekannt, doch mit Autos hatte die Stadt weniger zu tun. Das wäre weiterhin so geblieben, wäre da nicht plötzlich ein Dreizack aufgetaucht.

Der ist das Wahrzeichen der italienischen Luxus-Sportwagenmarke Maserati. Diese hat, von vielen unbemerkt, einen wichtigen Stützpunkt in der Dahmestadt. Dies ist Hartmut Arens zu verdanken. Er ist als Schatzmeister des Deutschen Maserati Clubs Repräsentant der Fans dieser ungewöhnlichen Autos in Ostdeutschland!

Mit Tempo 275 unterwegs
Allerdings kommt er nur selten mit seinem weißen Maserati Khamsin in den Firmensitz unweit des Wildorado, wo zugleich die örtliche Clubadresse ist: „Erst wenn die Tachonadel Tempo 200 übersteigt, geht das Vergnügen richtig los“, schmunzelt der 71-Jährige über sein „Flugzeugerlebnis auf der Autobahn“. Er ist „im normalen Leben“ ebenfalls nicht zu bremsen.
Zu seinem Firmenimperium, das er ungeachtet des längst ein­getretenen Rentenalters dynamisch betreut, gehören der Groß­kücheneinrichter „Gebrüder Schwabenland“, eine Hausverwaltung sowie ein Gebrauchtgerätehandel für die Gastronomie.
Sein weißer Maserati Khamsin mit dem ungewöhnlichen 1970-er Design innen und außen hat einen Fünfliter­motor unter der Haube, der mit 320 PS 275 Stundenkilometer schnell ist. „Das kann man am besten auf der Autobahn zur Nordsee genießen“, strahlt Hartmut Arens.
„Wichtig ist, sehr konzentriert zu fahren. Man muss das Geschehen weit vorne genau im Auge haben.“ Notfalls helfen die speziellen Bremsen. „Sie stammen aus dem Motorrennsport. Ich habe sie aus England bezogen“, erklärt Hartmut Arens.­

Liebe auf der Schulbank
Dass ein Mann ein Faible für Autos entwickeln kann, kommt ja häufiger vor. Bei Hartmut Arens war die Ursache allerdings die Liebe zu einer Frau. Auslöser für das Maserati-Fieber war nämlich Ehefrau Anneliese Arens. Die hatte der Westfale aus Soest auf der Hotelfachschule kennen und lieben gelernt.
„Ich ging danach als Haus­dame nach England, er blieb hier“, erinnert sie sich. Bei der Entfernung mag die Idee an ein schnelles Auto ja auf der Hand gelegen haben!

Familientradition
Doch das kam erst später, als sich das junge Paar 1967 in Westberlin niederließ.
Ausgerechnet in der Enge der geteilten Stadt kamen sie auf die schnellen Fahrzeuge: „Ich habe drei Brüder, von denen jeder für sich seine eigene Autowerkstatt betrieb. Alle drei hatten sich in Maserati verliebt. Da gehörte es sich einfach, zu Familientreffen standesgemäß vorzufahren“, schmunzelt das Ehepaar.
Der weiße Flitzer, den sie mit 28 000 Kilometer 1986 gerade mal sieben Jahre alt zum Schnäppchenpreis von 40 000 Mark erwerben konnten, hat mittlerweile Seltenheitswert: „Es wurden nur gut 400 Exemplare gebaut. Er stammt aus der Zeit, als Citroën bei dem Sportwagenhersteller eingestiegen war. Davon zeugen viele technische Details wie die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung oder hydraulische Bremsen und die Beleuchtung. Leider blieben wir von den vielbeklagten Produktionsmängeln nicht verschont und mussten sogar schon mal die Zylinderkopfdichtung wechseln, obwohl der Wagen von uns gerade mal 50 000 Kilometer gefahren wurde.“

Königlich unterwegs
Ehefrau Anneliese Arens wollte natürlich nicht auf Dauer danebensitzen. Sie nennt einen überaus bequemen „königlichen“ Quattroporte III ihr Eigen, der aus der Ära von Alejandro de Tomaso stammt und von 1979 bis 1990 gebaut wurde.
„Er hat einen Achtzylinder V-Motor mit 280 PS und ist bis zu 230 Stundenkilometer schnell. Früher habe ich das öfters ausgetestet. Heute fahre ich meist nur 180 Stundenkilometer schnell. Wenn aber hinter mir mal einer drängelt, dann zeige ich schon, was in dem Wagen steckt“, verblüfft die 73-Jährige.

Männerdomäne?
„Wir haben vier Töchter, darunter Zwillinge, die sich leider nicht von unserer Autoleidenschaft anstecken ließen“, bedauert sie ein wenig.
Dabei könnte der Maserati-Club weibliche Verstärkung gut gebrauchen: „Von den 200 Mitgliedern sind gerade mal neun Frauen.“
Arens lenkt seit 18 Jahren als Schatzmeister die Geschicke des Vereins maßgeblich mit und hofft, nach der Maserati International Rallye 2018, bald wieder ein Treffen der exquisiten Automarke in der Region veranstalten zu können. Vorher geht es aber erst mal nach Schottland, auf den Nürburgring und nach Frankreich. Sogar eine gemeinsame Veranstaltung mit Ferrari-Fans ist geplant und dies, obwohl sich die Automarken lange Zeit spinnefeind waren und erst unterm gemeinsamen Dach des Fiat-Konzerns zusammengefunden haben!