Willkommen in Wildau
0 30/6 92 02 10 52 ← Zurückgehen

Besten Turnerin Brandenburgs kommt aus Wildauer Verein

0177/8014376 0177-8014376 01778014376
Turnerin
Sofie Schmidt
Telefon:01 77/8 01 43 76
E-Mail:toxi-berlin@yahoo.de
Website:www.turnmanufaktur.de
Website:www.motor-wildau.de

Goldmädchen überzeugt!

Stand: März 2019

Sie ist zierlich, schüchtern, doch an Gelenkigkeit kaum zu übertreffen: Wildau hat ein Goldmädchen, das erstmalig den Brandenburger Landesmeistertitel im Turnen in die junge Dahmestadt brachte!

Die neunjährige Sofie Schmidt schaffte es mit Bravour ihre Konkurrentinnen landesweit auszustechen. Damit schrieb sie Geschichte, als erste Hochleistungsturnerin, die aus dem traditionsreichen Verein „SV Motor Wildau“ hervorging. Darüber freut sich Vereinsvorsitzender Jan Claus genauso wie die Eltern Tanja Schmidt und Oliver Schmidt. Denn sie sehen sich auf ihrem Weg, Wildau zu einem neuen Zentrum des Turnsports zu machen, bestätigt!

Mädchen an den Barren!
Als Jan Claus vor einem Jahr den Vereinsvorsitz übernommen hatte und Motor Wildau damit vor der drohenden Auflösung bewahrte, hat er bereits in „Wildau kompakt 2018“ angekündigt, diesen Weg gehen zu wollen. Ihm ging es um die Förderung weiblicher Turn­talente, weil Deutschland auf diesem Gebiet einen großen Nachholbedarf hat. Für diese Idee, Mädchen an Barren, Boden, Sprung und Balken zu bringen, hat er in Oliver Schmidt einen Gleichgesinnten gefunden. Ihm ist durch die atemberaubende Karriere der eigenen Tochter der Turnsport so sehr ans Herz gewachsen, dass er sich dafür nun landesweit engagiert. Er ist Präsident vom „Förder­verein Leistungsturnen in Nordostdeutschland“ und neuerdings Vize-Vorsitzender vom „Märkischen Turnerbund“.
„Dort bin ich für die Bereiche Finanzen, Verwaltung und Recht zuständig“, erklärt der hauptberufliche Finanzwirt.­

Mutig und gelenkig
Dass die Familie mittlerweile einen Großteil ihres Lebens für Barren, Balken und Bodenturnen „opfert“, war nicht vorgezeichnet. Tanja Schmidt, die im Beruf Tierärztin ist, ging wie viele andere Frauen mit ihrer kleinen Tochter zum „Mutter-Kind-Turnen“. Dort fiel die kleine Sofie schnell durch überdurchschnittliche Gelenkigkeit, enorme Freude an der Bewegung und großen Mut auf. „Es wurde uns geraten, sie in einem Sportverein weitermachen zu lassen. So kamen wir auf die TSG Steglitz. Dort turnte sie mit gerade mal vier Jahren zusammen mit Kindern, die zwischen acht und zwölf Jahren waren. Hier fiel sie erneut durch ihr Talent auf“, blicken die Eltern zurück. Schließlich wurde die Talentschule Schöneberg vom „Deutschen Turner-Bund“ auf das Mädchen aufmerksam.

Olympia-Schule
Die Sichtungsgruppe war von ihr sofort überzeugt. So bekam Sofie Schmidt die Möglichkeit, die Sportschule im Olympiastützpunkt in Hohenschönhausen zu besuchen: „Der Schulalltag besteht aus ‚normalen‘ Fächern und intensivem Training. Das bedeutet, dass wir kurz nach fünf Uhr morgens aufstehen, um sie zur Schule zu bringen, von der wir sie dann abends, meist zwischen 17 Uhr und 18 Uhr, abholen. An jedem zweiten Samstag im Monat ist ebenfalls Training. Für weitere Hobbys gibt es hier keinen Platz. Leistungssport kann man nur ganz oder gar nicht machen“, beschreibt Oliver Schmidt den Alltag einer Familie, die ihrem Kind den gewünschten Weg ebnen möchte.

Handstand zu Hause
„Sie turnt mit einer enormen Freude. Wir würden sie dazu niemals drängen wollen. Als wir kürzlich von einem USA-Urlaub um 14 Uhr aus dem Flieger stiegen, meinte sie: ‚Darf ich um 16 Uhr zum Training?‘ Zuhause müssen wir sie regelrecht bremsen, damit sie nicht ständig per Handstand durch die Wohnung balanciert“, wundern sich die Eltern.

Private Sporthalle
Für die Ausbildung von Leistungssportlern im Turnen in Nordostdeutschland steht momentan nur das Sport­forum Berlin-Hohenschönhausen zur Verfügung. Um diese Situation zu verbessern, ist in Wildau ein moderner Leistungsstützpunkt für Nordostdeutschland mit den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in Planung. Bereits in ein bis zwei Jahren könnte dafür, so die Vorstellung des Fördervereins, eine brandneue Halle entstehen. Diese würde privatwirtschaftlich gebaut und betrieben werden: „Vorbilder sind Karlsruhe und das bayrische Tittmoning. Dort war der Anlass für einen Sportpark, dass ein Vater Übungsmöglichkeiten für seine beiden Töchter schaffen wollte. Heute ist der TSV Tittmoning für Eliteturnen bekannt“, verrät Oliver Schmidt.

Modernere Ausbildung
„Wir möchten neue Impulse in der Talentausbildung schaffen. Ähnliche Wege werden bereits in Karlsruhe und Tittmoning gegangen. Dabei geht es uns um moderneres Training. Wir wollen uns dabei teilweise an den USA orientieren, die im Turnen ja weltweit an der Spitze sind“, geben Jan Claus und Oliver Schmidt Einblick. „Wir möchten in Wildau darüberhinaus eine Möglichkeit etablieren, wo ehemalige Leistungssportler auf hohem Niveau weitertrainieren können. Nur die wenigsten schaffen es am Ende an die Spitze. Der Breitensport soll ebenfalls von der Halle profitieren, denn beides gehört ja zusammen.“

Olympia im Blick
Tanja und Oliver Schmidt hoffen natürlich, dass ihr Goldmädchen den Sprung an die Spitze schafft: „Von den dreizehn Mädchen, die mit ihr angefangen haben, sind nach zwei Jahren nur noch drei mit dabei“, ziehen sie Bilanz.
„Nahziel ist ein bundesdeutscher Kaderplatz. Für Nordostdeutschland hat sie diesen schon erreicht. Olympia wäre ein Traum“, sind sich alle in der Familie einig.
Und damit es möglichst schnell dahin geht, hat das Goldmädchen sich fast un­bemerkt aus dem Gespräch „geschlichen“ um sich in der Halle am Trampolin warm fürs Training zu machen!