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In dunkler Nacht durch Wald und Wind!

0162/1873273 0162-1873273 01621873273
Wanderer
Norman Siehl
Telefon:01 62/1 87 32 73
Website:www.wanderverein-dahme-seenland.de

24 Stunden Wanderung!

Stand: März 2019

Durch Nacht und Wind, das kennen wir vom „Erl­könig“, den uns der Dichterfürst Goethe als Ballade bescherte, die immer noch vielfach durch den Schulunterricht geistert. Was für den „Vater mit seinem Kind“ ein Horror war, der tragisch endete, ist für eine kleine Gruppe Wildauer mit „eisernen Waden“ eine sport­liche Herausforderung.

Sie machen sich nach Einbruch der Dunkelheit im kalten Winter auf, um sich auf Schusters Rappen durch Wald und Dickicht zu begeben.

Zwölf Stunden durch die Kälte
„Wir beginnen unsere Wanderung gegen 21 Uhr und wollen zwölf Stunden später in Teupitz angelangt sein. Dann haben wir 50 Kilometer Nachtwanderung überstanden“, beschreibt Norman Siehl die Tour.
„Mit Heike Ulbrich, die bei der Stadtverwaltung Wildau für Vereine zuständig ist, hat sich eine von vier Frauen angemeldet“, freut sich der Techniker und Ex-Manager über den großen Zuspruch. Dabei ist dies nur ein „Probelauf“ für eine noch größere Tortur.
„Wir wollen erkunden, ob die Wege so klar erkenntlich sind, dass man sich trotz Dunkelheit nicht verirrt!“

Am Schluss zusammen
Schließlich findet am 29. bis 30. März 2019 von Wildau aus ein neues Wander-Großereignis statt. Dann lädt Norman Siehl mit seinem neugegründeten „Wanderverein Dahme-Seenland e.V.“ in Kooperation mit der TH Wildau und dem Tourismusverein Dahme-Seen zu einer 24-Stunden-Langstreckenwanderung ein, die sie „24h Fontane-Wanderung“ getauft haben. „Es gibt drei Routen mit 100, 50 und 25 Kilometern. Das Besondere ist, dass es hier um das gemeinsame Erlebnis geht. Wer kürzere Strecken bewältigt, wird mit dem Bus zum entsprechenden zielnäheren Startpunkt gebracht, so dass alle die gleiche Schlussetappe haben“, erklären die Mitorganisatoren Arne Sippel und Dr. Frank Seeliger von der TH Wildau. Dort wird ein Startpunkt sein.

Bequemer Fontane
Da darf es natürlich nicht vorkommen, dass sich die Wanderfreunde im Dickicht des märkischen Walds verirren. „Deshalb haben wir diese Probewanderung angesetzt“, erklärt der 45-Jährige. Der Start findet zur Eröffnung des Fontane-Jahrs statt, mit dem landesweit der 200. Geburtstag des Dichters für Werbezwecke herhalten muss. Der große „Wanderer“ war tatsächlich in der Dahmeregion unterwegs. Dass sich das gut „vermarkten“ lässt, hatte schon die DDR erkannt: „In den 1980-er Jahren wurde der Fontane-Wanderweg in unserer Region ins Leben gerufen, der bis nach Zossen führt. Er geht meist idyllisch am Wasser entlang. Theodor Fontane ist hier allerdings selten gelaufen. Er hat die Strecke von Berlin nach Teupitz bequem auf dem Schiff zurückgelegt“, weiß Norman Siehl.

Wandermetropole Wildau?
Er verweist zusätzlich auf den neuen Paul-Gerhardt-Wanderweg, der von der Berliner Nikolaikirche über etwa 140 Kilometer nach Lübben führt. Zeuthen, Wildau und Königs Wusterhausen sind wichtige Wegpunkte. Damit erhält Wildau als Wanderstadt weitere Bedeutung.
Mit der Wiederaufnahme von 24-Stunden-Wanderungen von Wildau aus möchten die Vereinsfreunde eine neue Tradition begründen.

Richtig markiert
Hilfreich ist hier, dass der 46-Jährige einschlägige Erfahrung hat. So ist der frühere Handballer bei Motor Wildau zudem Wanderwegewart im Landkreis und damit für die richtige Markierung zuständig. Deshalb trifft man ihn nicht selten per Farbeimer und Pinsel im Wald.
Woher seine Leidenschaft fürs Wandern kommt, kann er selbst nicht erklären: „Meine Eltern hatten ein Wochenendgrundstück in Schenkendorf. Deshalb bin ich mit viel frischer Luft aufgewachsen. Wandern fand ich allerdings öde. Sportlich trieb es mich zum Handball, heute bin ich Fan von Eisern Union.“

Ausgleich zum Beruf?
Eine Marathon-Wanderung in Thüringen, zu der ihn Freunde eingeladen hatten, brachte ihn zum neuen Hobby.
„Es war sicher ein Ausgleich zu meinem sehr stressigen Beruf. Ich war erst als Techniker bei Opel in der Entwicklungsabteilung für Elektromobilität und Wasserstoff-Technologie tätig. Anschließend war ich Manager einer Firma mit 200 Mitarbeitern, die mit einer speziellen Technik für innovative Energieversorgung von Mobilfunknetzen tätig war. Dazu war ich in Ländern wie Dubai oder Myanmar“, blickt er zurück. Ehefrau Cornelia Siehl, die beruflich in der Bauverwaltung von Königs Wusterhausen tätig ist, teilt die Wanderbegeisterung und fungiert als Mitorganisatorin der geschichtsträchtigen Veranstaltung 2019. Die Kinder Pauline, 15, und Benjamin, 18, haben andere Hobbys.

Allein im Boot
Das Faible für Technik hat ihn als neuen Wandersport­begründer von Wildau nicht losgelassen. Jüngste Idee ist ein Rucksackboot von unter fünf Kilogramm Gewicht, das der Wandersmann mit einem Luftsack binnen drei Minuten aufpusten kann, um seinen Weg auf dem Wasser fortzusetzen. Davon hätte Theodor Fontane nicht mal geträumt!